Interview mit dem Vorstand

Die ISOVOLTAIC Vorstände, DI Thomas E. Rossegger (Vorstandsvorsitzender) und D-HTL-I Manfred Schlögl (Technischer Vorstand), im Gespräch zu den aktuellen Herausforderungen eines Technologiezulieferers der Photovoltaik-Branche und wie sie die weitere Entwicklung des Weltmarkt- und Technologieführers ISOVOLTAIC sehen.

Lebring, am 30. Mai 2012

Die ISOVOLTAIC AG kann nun auf ein erstes Jahr als eigenständiges Unternehmen zurückblicken. Wie beurteilen Sie das Geschäftsjahr 2011 im Lichte der Entwicklungen in der Photovoltaik-Branche?
Rossegger: Auf dem Photovoltaik-Markt kam es nach einem überragenden Jahr 2010 bereits im 2. Quartal 2011 zu einem unerwarteten strukturellen Umbruch, der den bisherigen Verkäufer- in einen Käufermarkt verwandelt hat. 2010 und 2011 wurden für die gesamte Supply Chain der Photovoltaik die Produktionskapazitäten derart erhöht, dass es zu einem ausgeprägten Missverhältnis zwischen Installationsleistung und Produktionskapazität kam. Dies führte zu einem enormen Preisdruck, der auch vor Technologielieferanten wie der ISOVOLTAIC nicht halt gemacht hat. Wir hatten uns für das Jahr 2011 sehr ambitionierte Ziele gesetzt, die wir durch diese Marktentwicklungen nicht erreicht haben. Trotzdem können wir als Unternehmen von einem erfolgreichen Jahr sprechen. Wir haben unsere Marktführerschaft auf dem Rückseitenfolienmarkt mit 32 % behauptet und dabei den Vorsprung zum nächsten Mitbewerber sogar noch ausgebaut. Gleichzeitig haben wir uns als eigenständiges leistungsstarkes Unternehmen etabliert, das auf einer wirtschaftlich sehr soliden Basis steht.


Wie hat sich der Preisverfall in der Photovoltaik auf die ISOVOLTAIC AG ausgewirkt?
Schlögl: Auch ISOVOLTAIC bekam diesen Trend zu spüren. Als Technologieführer waren wir jedoch auch hier am Puls der Zeit und konnten dem Preisverfall durch unser neues Produkt auf Polyamid-Basis mengenmäßig stabilisierend entgegenwirken. Diese neue ICOSOLAR® Rückseitenfolie entspricht exakt den aktuellen Marktbedürfnisse, wodurch wir trotz des schwierigen Umfelds die Verkaufsmengen von 2010 beinahe erreicht und die Margen auf relativ hohem Niveau gehalten haben, wenngleich der erwirtschaftete Umsatz in 2011 zurückgegangen ist.

Im ersten Quartal 2011 wurde ISOVOLTAIC durch einen geplanten und in letzter Minute abgesagten Börsegang bekannt. Was waren die Folgen daraus?
Rossegger: Zunächst sind wir sehr stolz darauf, dass wir bereits in unserem ersten Jahr als eigenständiges Unter-nehmen die Kapitalmarktfähigkeit erreicht, d. h. die Aufla-gen der Finanzmarktaufsicht für eine Zulassung zur Börse erfüllt haben. Es hat uns gezeigt, dass wir mit einem sehr leistungsfähigen Team arbeiten, das das Unternehmen innerhalb kürzester Zeit zu einem hohen Reifegrad geführt hat.
Schlögl: Unsere strategische Ausrichtung wurde durch die Absage des Börsegangs nicht beeinträchtigt, da wir unsere Ziele und Projekte aus unserem eigenen Cashflow finanzieren können. Unsere umfangreichen Investitionen in die Erweiterung der Produktionskapazität, in umweltschonende Energiegewinnung und in Forschung und Entwicklung, aber auch der Aufbau von hoch qualifizierten Mitarbeitern zeigen dies eindrucksvoll.

ISOVOLTAIC ist Markt- und Technologieführer in seinem Bereich. Welche Strategie verfolgt ISOVOLTAIC um diese Position auf dem Markt weiter zu behaupten?
Rossegger: Der Preis für Modulkomponenten wie Rückseitenfolien wird auch in Zukunft im Vordergrund stehen, daher ist eine Differenzierung nur über technologische Neuerungen und ausgeprägte Kundenorientierung möglich.
„Kundenbegeisterung“ ist für ISOVOLTAIC nicht nur ein Schlagwort, sondern integraler Teil der strategischen Positionierung. Wir gehen davon aus, dass sich unsere Kunden - die Modulproduzenten - noch stärker in Asien konzentrieren werden. Unseren Standort in China – CICM - haben wir 2011 erfolgreich etabliert. Zusätzlich zum direkten Kundenkontakt vor Ort wurde hier auch eine Endfertigung von ICOSOLAR®-Rückseitenfolien aufgebaut, die es uns ermöglicht, auf Kundenanforderungen schnell und flexibel zu reagieren. Die Entwicklung von CICM zu einem größeren Produktionsstand-ort ist ein wesentliches Element unserer Chinastrategie und wird konsequent vorangetrieben.
Schlögl: ISOVOLTAIC ist für die kommenden Herausforderungen mit seiner gefüllten Innovations-Pipeline gut gerüstet. Mit unseren bestehenden ICOSOLAR® Rückseitenfolien haben wir bereits eine gute, am Markt erprobte, Basis gelegt. Diese „passiven Rückseitenfolien werden einerseits dahingehend weiterentwickelt, dass sie unsere Kunden durch kostengünstigere Herstellung bei gleichbleibender Qualität im Preiskampf unterstützen. Andererseits entwickeln wir Folien, die in neuen Technologien der Photovoltaik Anwendung finden. Zusätzlich arbeiten wir mit Hochdruck an innovativen Folienverbunden mit Zusatzfunktionen (aktive Rückseitenfolien) mit denen wir Zusatznutzen generieren und unsere Technologieführerschaft weiter behaupten werden.

Wie sehen Sie die Entwicklung der Photovoltaik-Branche in der Zukunft?
Rossegger: Für das Jahr 2012 wird zunächst kein Wachstum der Installationsleistungen erwartet. In den kommenden Jahren wird mit Photovoltaik-Neuinstallationen stärker außerhalb Europas gerechnet. Damit werden die Märkte in Nordamerika und Asien an Bedeutung gewinnen. Vor allem in China, wo ein Großteil der Modulhersteller ansässig ist, aber auch in Indien ist eine stärkere Förderung von Neuinstallationen geplant.
Die weitere Entwicklung des Photovoltaik-Marktes wird durchaus positiv gesehen. Die European Photovoltaic Industry Association (EPIA) etwa geht in ihrem Marktreport von einem durchschnittlichen jährlichen Marktwachstum des globalen Solarmodul-Marktes von ca. 24 % bis 2015 aus.

Wir sind überzeugt davon, dass sich die Photovoltaik als wettbewerbsfähige Alternative der Energiegewinnung weiter etablieren wird und werden mit den bewährten ICOSOLAR® Rückseitenfolien sowie weiteren zukunftsweisenden Folientechnologien auch zukünftig dazu beitragen.



v.l.n.r Thomas E. Rossegger (CEO), Manfred Schlögl (CTO)

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Klaudia Schober
ISOVOLTAIC AG
Corporate Communications Manager
E-Mail: klaudia.schober@isovoltaic.com
Tel.: +43 (0)5 9191-9702

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